Startup-Portrait: JOVENTOUR – „organisiertes und komfortables Backpacking“

Wer verreist, will fremde Länder und Kulturen kennenlernen. Daher geht der Trend immer mehr weg von Pauschalreisen und hin zu Individual-Abenteuern. Meike Haagmans, Flugbegleiterin und Tourismus-Expertin, hat sich diese Entwicklung vor drei Jahren zu Eigen gemacht und ein Startup gegründet. Mit JOVENTOUR bietet sie authentische Rundreisen an, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln gemacht werden.

 

Die Gründerin

Meike Haagmans ist ein echtes Urgestein der Touristikbranche. Sie ist seit 15 Jahren in diesem Bereich tätig. Sie hat einen MBA Betriebswirtin der Universidad Palermo in Buenos Aires, einen B.A. Hotel- und Tourismusmanagement des Baltic College Schwerin und ist gelernte Reiseverkehrskauffrau (Industrie- und Handelskammer). Direkt nach ihrer Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau hat Meike angefangen, als Flugbegleiterin zu arbeiten – studiert hat sie nebenberuflich.

 

Die Entstehung der Startup-Idee

Die Gründung von JOVENTOUR war eine sehr pragmatische Angelegenheit: Gegen Ende ihres Masterstudiums entwickelte Meike ihre Geschäftsidee. Sie wollte gern organisierte Rundreisen in Lateinamerika anbieten – und zwar mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Das gab es so noch nicht. Im Rahmen ihrer Masterarbeit hat Meike den Markt akademisch analysiert und parallel dazu hat sie den Businessplan für JOVENTOUR verfasst. Als sie dann feststellte, dass eine Gründung gar nicht so kompliziert ist, rief sie direkt beim Notar an und hat eine Neugründung angekündigt: das war der Beginn von JOVENTOUR.

 

Wofür steht JOVENTOUR?

Das Tourismus-Startup hat es sich zur Aufgabe gemacht, seinen Kunden authentische (Rund-)Reisen auf der ganzen Welt anzubieten. Die Gäste von JOVENTOUR reisen langsam und bekommen so die unter schiedlichsten Landschaften zu sehen. Außerdem bieten ihnen die Busfahrten die Möglichkeit mit Einheimischen in Kontakt zu kommen.

 

Die Produkte von JOVENTOUR

JOVENTOUR ist ein klassischer Reiseveranstalter für organisierte Rundreisen. Das Besondere an den Reisen ist ihre Organisation. Reisende sind nicht mit irgendeiner Gruppe unterwegs und laufen dem hochgehaltenen Regenschirm eines Reiseleiters hinterher. Sie reisen alleine oder mit Freunden und nutzen die öffentlichen Busse im jeweiligen Reiseland. Es ist eine Art organisiertes und komfortables Backpacking. Der große Vorteil: Die Rundreisen sind flexibel, sehr authentisch und vor allem bezahlbar.

Neben den bisherigen Zielgebieten in Lateinamerika gibt es seit März 2016 Touren mit örtlichen Linienbussen durch Südafrika, Kambodscha und Vietnam. JOVENTOUR bietet fest geplante Touren an, die durch Bausteinelemente ergänzt werden können. Zudem können auch individuelle Touren auf Wunsch der Gäste zusammengestellt werden.

Die Zielgruppe von JOVENTOUR sind Reisende, die keine Lust auf klassische Gruppenreisen haben, sondern Wert auf Individualität legen, sich aber gleichzeitig auch den Komfort organisierter Touren eines deutschen Reiseveranstalters wünschen.

 

Die Zukunft von JOVENTOUR

Der nächste Schritt von Gründerin Meike Haagmans sieht vor, noch mehr asiatische Länder für das Konzept von JOVENTOUR zu erschließen. In naher Zukunft soll das Unternehmen weiter wachsen, mehr Mitarbeiter beschäftigen und einen großen Kundenstamm aufgebaut haben.

 

Tipps fürs nebenberufliche Gründen

Meike Haagmans ist nicht nur als Reiseveranstalterin, sondern auch als Bloggerin bekannt. Auf ihrer Seite www.nebenbei-durchstarten.de gibt sie wertvolle Tipps rund um das Thema „nebenberuflich gründen“. Auch uns hat sie ein paar wertvolle Hinweise verraten.

Laut Haagmans besteht der größte Vorteil des nebenberuflichen Gründens darin, nicht gleich „All in“ gehen zu müssen. Sie weiß: „Es gibt mehr Sicherheit, da es ein geregeltes Einkommen gibt. Aber es gibt einen Nachteil, und der heißt Zeit. Um im Nebenerwerb zu gründen zu können, braucht man am besten die Flexibilität einer Teilzeitstelle. Leider ist hier in vielen Fällen der Arbeitgeber ein großes Hemmnis, denn Teilzeit wird in Deutschland leider noch immer nicht als produktiv angesehen. Dabei kann es durchaus förderlich für den Beruf sein, wenn man selbst Einblicke in die Selbstständigkeit bekommt – die Perspektive verändert sich, man wird schließlich selbst zum Unternehmer und bekommt ein Verständnis für Arbeitgeberthemen. Die hat mal als Angestellter in der Regel nicht.“

Ich habe Meike Haagmans gefragt, welchen Tipp Sie anderen Gründern mit auf den Weg geben will, die ihr Startup neben dem Hauptberuf vorantreibt. Darauf antwortete sie: „Untersucht den Markt und überlegt euch, wo ein Bedarf besteht und wie ihr diesen Bedarf decken könnt.“

Außerdem folgt die junge Gründerin täglich diesen drei Dogmen:

  1. Tue es einfach! Hab keine Angst! Es wird eine der spannendsten Zeiten deines Lebens!
  2. Verbinde und verbünde dich! Netzwerke!
  3. Und mach dich nicht zu klein! Niemals.

 

Sind auch Sie Startup-Gründer und der Meinung, dass getLaunched.io Ihr Unternehmen einmal vorstellen soll? Dann freuen wir uns sehr über einen Kommentar unter diesem Beitrag oder eine E-Mail an [email protected]

Foto: © Meike Haagmans